Das blinde Pferd & das musikalische Huhn

Sam ist ein „Pippi Langstrumpf“ – Pferd, das seit über 25 Jahren bei mir lebt. Er diente mir als „Lernobjekt“ während meiner Tierphysiotherapieausbildung, als geduldiges „Versuchsobjekt“ bei der Entwicklung des PHYSIO-RIDING® und wurde ein enger vierbeiniger Freund. Als Sam erblindete, war er bereits ein altes Pferd. Er lebte mir eindrucksvoll vor, wie intelligent, gelassen und heiter ein Tier mit einer Behinderung umgehen kann.

Henriette ist ein Huhn, dass auffallend interessiert auf Töne reagierte, wenn ich im Garten an meinem Laptop saß, um zu arbeiten oder auf meiner Ukulele spielte. Nun animiere ich es, sich selbst als Musikerin auszuprobieren.

Sam und Henriette sind Tiere, die mir stellvertretend vorleben, dass Tiere nicht weniger wert sind, als Menschen.

Wir können von Tieren lernen. Sie leben uns vor, was uns im technisierten Alltag fehlt: Das Sein im Hier und Jetzt, die Freude an den kleinen Dingen des Alltags, die positive Lebenseinstellung, der natürliche Umgang mit Leben und Tod, mit Dasein (DA sein) und Vergänglichkeit.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Tierphysiotherapeutin und Pferdefreundin habe ich mich viel mit Verhaltenslehre und Ausbildungsmethoden beschäftigt. Ich habe gelernt, dass Tiere intelligenter sind, als wir Menschen es vermuten. Ein Schwein, das sein Leben in einem Maststall verbringt, ist natürlich dumm, es hat ja keine Gelegenheit, etwas zu lernen. Ebenso dumm ist ein Pferd, dessen Leben sich zwischen Box und Reithalle abspielt. Gibt man einem Tier jedoch die Chance, seine Intelligenz zu nutzen, entwickelt es erstaunliche Fähigkeiten. Ich empfehle jedem Tierfreund, sich mit den Grundlagen der Ausbildung über positive Verstärkung zu beschäftigen. (Buchautoren und Seminare z.B.: Viviane Theby und Nina Steigerwald)

Tiere wie Sam und Henriette haben meine Lebensphilosophie verändert.

Bericht über Sam in der Süddeutschen Zeitung

Zur Zeit arbeite ich an einem kleinen Büchlein über dieses Thema.