Das purpurne Hemdchen

Lesepröbchen

Das Bild vor ihren Augen und ihre Reaktion kommen wie ein plötzlicher gleißender Blitz, im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nichts. 

Da ist dieser Typ, der halb auf der Straße stehend gebeugt fotografiert und das Auto, das sich von hinten nähert und direkt auf ihn zu rast. 

„Vorsicht!“ Sina greift mit der freien Hand zu, ohne zu überlegen. Sie erwischt ihn am Oberarm. Sein Ellenbogen schleudert seitlich gegen ihre Rippen. Sie verliert das Gleichgewicht und fällt rückwärts, es folgt unmittelbar ein leichter Rempler eines Passanten von der anderen Seite, dadurch wird sie halb gedreht nach vorne gestoßen. Sie landet mit der Brust auf einem muskulösen, flachen Bauch und mit der Hand direkt auf einer warmen, ausgeprägten, Ausbuchtung einer Jeans. Alles geht so schnell, dass ihre Reflexe nicht reagieren, sie stößt nicht mal einen Schrei aus. Um sie herum duftet es plötzlich unglaublich maskulin, sehr herb, vielleicht nach Holz und Moos, gemixt mit einer süßlich- bitteren Nuance. Sie saugt die aromatisierte Luft ein, dreht irritiert den Kopf und starrt gegen einen Männerarm in einer dicken Jeansjacke, der wie ein Pfahl gerade in Richtung Himmel aufragt. Ihr Blick folgt hinauf und sie erkennt in seiner Hand eine dieser teuren Spiegelreflexkameras, wie Fotografen und Journalisten sie benutzen. 

„Fuck“, stößt eine raue, tiefe Stimme nah an ihrem Ohr aus. Schlagartig kapiert Sina, dass sie auf dem Brustkorb des Mannes liegt, den sie gerade von der Straße gezerrt hat, und der den Arm hochgerissen hat, um die Kamera vor einem Aufprall zu schützen. Zu allem Überfluss fasst ihre Hand in etwas warmes, klebriges, dickes auf rauem, feuchten Jeansstoff über einem Ding zwischen seinen Beinen, was ist … wieso … WAS?! Jeder Muskel in ihrem Körper spannt augenblicklich an und sie strampelt planlos hektisch herum, bis der Typ seinen Oberkörper aufrichtet und sie dabei mit anhebt. Ihre Füße finden Halt und sie rappelt sich ungelenk auf. Eine Sekunde später steht er auch und sie weicht erschrocken einen Schritt zurück. Er ist mindestens zwanzig, nein, gefühlte fünfzig Zentimeter, größer als sie und seine Schultern sind doppelt so breit wie ihre. Er ist schlank. Die langen, muskulösen Beine stecken in einer ausgeblichenen Jeans.

„Kannst du nicht aufpassen?“, donnert seine Stimme über ihr und ihr Blick zuckt hoch. Sie sieht im Schein der Laterne nur die Hälfte seines Gesichtes. Der Rest liegt im Schatten. Zu erkennen sind schwarze, leicht verstrubbelte, kurze Haare, dichte Augenbrauen und eine missmutig gekrauste Stirn. In seinen dunklen, bedrohlich zusammengezogenen Augen glitzert das gespiegelte Licht der Leuchtreklamen. Schmale Wangen und geschwungenen Lippen betonen den kräftigen Unterkiefer und das ausgeprägte Kinn. Ein Drei-Tage-Bart und die groben Schatten durch den Lichteinfall geben dem Gesicht einen herben, bedrohlichen Ausdruck. Seine Gestalt wirkt auf Sina beängstigend dominierend und gleichzeitig verwirrend anziehend. Anscheinend erwartet er keine Antwort, denn er schenkt seine volle Aufmerksamkeit der Kamera. Nachdem er sie von allen Seiten begutachtet und ein paar Knöpfe gedrückt hat, knurrt er ein kaum verständliches „Funktioniert. Glück gehabt“.

Ihre Wahrnehmung wird abgelenkt. Sie hat wohl in einer unbewussten Schreckbewegung die Hand an den Mund gelegt, aber was klebt da so? Sie dreht die Handfläche und starrt auf glibberige, rötliche Sauce. 

„So eine Scheiße!“, flucht der Typ, der anscheinend auch in diesem Moment bemerkt, dass etwas widerliches zwischen seinen Lenden pappt. „Keine Scheiße, nur Soße“, rutscht Sina trocken heraus, die soeben Curry auf ihren Lippen schmeckt und begreift, dass ihre Hand im Sturz die Currywurst auf seinem Schwanz zerquetscht hat. Oh je. Blamage in Perfektion.

„Nach vorne gucken soll helfen“, knurrt er genervt und erst, als Sina auffällt, dass er deutlich angepisst in ihre Richtung starrt, wird ihr klar, dass er sie angesprochen hat.

„Wie bitte?“

„Augen auf beim Gehen, Mädel, hat Mutti dir das nicht beigebracht?“

„Ich?“ Perplex starrt sie zu ihm auf.

„Nein, die Zehntausend anderen hier.“ Er schnaubt trocken. „Ja! Du! Wer sonst wollte mich gerade über den Haufen rennen?“

„Ich habe dir das Leben gerettet, du Spinner! Und das da“, sie zeigt auf seinen Penis, „war mein Abendessen!“ Ihre Stimme bebt vor Entrüstung.

„Willst du es abschlecken?“, fragt er süffisant grinsend.

Verlag Plaisir d’Amour, Spielort Hamburg, Romance , Autorin Sara-Maria Lukas, als Print und Ebook in allen Shops

Mauerblümchen

LESEPRÖBCHEN

Melina hielt die Luft an und öffnete. Sie konzentrierte sich darauf, ihm ins Gesicht zu sehen.

„Hi.“ Er grinste schief. „Ich hoffe, ich störe nicht.“

„Ähm …, was gibt’s?“

„Ich habe Kuchen mitgebracht.“

„Es ist doch schon Abend.“

Er hob die Augenbrauen und hielt ihr das Paket entgegen. „Erdbeerkuchen.“

Melina schluckte. Dann machte sie einen Schritt zurück und sie öffnete die Tür weiter. Zögernd trat er ein und ging an ihr vorbei ins Wohnzimmer.

Er blieb stehen und sah sich um. Ihr Herzschlag hämmerte immer noch wie verrückt. Er war so groß. Und so breit. Sie schloss die Tür und folgte ihm.

Er drehte sich ihr zu und lächelte. „So modern hatte ich es mir bei dir nicht vorgestellt.“

Sie runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich dachte, du hast mehr Kram und alte Möbel.“

„Nein.“

Er zwinkerte. „Das sehe ich.“

Melina fühlte, wie ihre Ohren heiß wurden. Verdammt, sie lief rot an, weil er zwinkerte. Sie kniff die Lippen zusammen, flüchtete in die Küche und riss die Schranktür auf, um Teller herauszuholen.

Als sie wieder aufblickte, stand er an den Türrahmen gelehnt da und sah ihr zu. Sein Körper schien die ganze Wohnung zu dominieren. Dabei war die gar nicht so klein.

Sie kramte nach Kuchengabeln. Er wollte sicherlich auch etwas trinken. Was sollte sie ihm anbieten? Unsicher schoss ihr Blick kurz in seine Richtung. „Ähm …, soll ich Kaffee kochen?“

Er zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Wie du willst.“

„Ich habe auch Wasser. Oder Wein.“

Er ließ seinen Blick durch den Raum wandern, hatte ihr anscheinend nicht zugehört.

Sie räusperte sich. „Wir können uns auf den Balkon setzen.“ Er nickte und streckte ihr die Hand entgegen. „Soll ich die Teller nehmen?“

Sie gab sie ihm. Ihre Finger berührten sich für den Bruchteil einer Sekunde. Ob er das auch gespürt hatte? Ob er sehen konnte, dass ihre Hände zitterten? Immerhin hatte das Geschirr in ihrer Hand nicht geklappert. Gott sei Dank. Was wollte er denn nun trinken? Er hatte nicht geantwortet. Sollte sie ihn noch mal fragen? Mann. Sie atmete tief durch. Wein. Sie brauchte Alkohol, wenn sie das durchstehen wollte. Ohne ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, holte sie den trockenen Pinot aus dem Kühlschrank, den sie sich für ihren Geburtstag gekauft und doch nicht getrunken hatte.

Sie folgte ihm, holte noch zwei Gläser und den Korkenzieher aus der Vitrine im Wohnzimmer und trat zu ihm auf den kleinen Balkon.

O Gott, wie blöd sie war. Sie hatte draußen doch nur den einen Stuhl und ihre Gartenliege. Nicht mal einen Tisch. Sie bekam ja sonst nie Besuch.

Bevor sie ihn wieder reinbitten konnte, hatte er völlig unkompliziert den Stuhl herumgedreht, die Teller draufgestellt und die Liege so an die Wand geschoben, dass der Stuhl davor als provisorischer Tisch fungieren konnte. Er setzte sich auf eine Seite der Liege und streckte die langen Beine schräg nach vorn aus, sodass für sie neben ihm genug Platz war.

Sie zeigte ihm die Flasche. „Magst du Pinot?“

„Klar. Gib her, ich mache sie auf.“

Er nahm ihr die Flasche ab und hielt auffordernd die andere Hand auf. Fragend sah sie ihn an. Er lächelte.

„Der Korkenzieher.“

Schnell gab sie ihm ihn und plumpste auf die Liege. Schon wieder wurden ihre Ohren kochend heiß. Vielleicht war sie von der Sonne rot im Gesicht und es fiel nicht so auf. Schließlich hatte sie den ganzen Nachmittag draußen gelegen und ihr Buch gelesen. Mist. Der Schundroman. Er lag neben der Tür auf dem Boden. Wenn er das Buch gesehen hatte! Wie peinlich. Sie schob es unauffällig mit dem Fuß unter die Liege.

Die Flasche war offen und er drehte sich ihr zu. „Hältst du die Gläser?“

Die Wunde an seinem Hals war noch von einem kleinen Pflaster bedeckt. Sie sah auf ihre Hand. Richtig, die Gläser hingen noch nach unten gekehrt zwischen ihren Fingern. Schnell drehte sie sie um und hielt nun in jeder Hand eins, sodass er einschenken konnte. Er sah bestimmt, dass ihre Hände zitterten, aber er tat so, als ob nichts wäre.

Thomas stellte die Flasche auf den Boden und nahm ihr ein Glas ab. Sie nickten sich zu und tranken. Melina nahm einen großen Schluck. Gleich danach noch einen, einen sehr großen. Er stellte sein Glas auf den Boden, packte den Kuchen aus und verteilte ihn auf die beiden Teller.

Sie betrachtete ihn von der Seite. Sein Hals war breit und kräftig. Durch das T-Shirt sah sie die Konturen seiner Schulterblätter und die Bewegungen der Muskeln, wenn er die Arme bewegte. Eigentlich seltsam, dass sich dieser Verbrecher ausgerechnet an so einen großen und kräftigen Kerl getraut hatte. Sie sah in Gedanken das Bild wieder vor sich. Der Typ war auch groß und breit gewesen, genau genommen sogar größer als Grünauge. Ja, Grünauge war nicht so riesig, wie er ihr vorkam. Vielleicht zehn, fünfzehn Zentimeter größer als sie. Ihr Blick wanderte auf seine Beine. Er trug eine ausgeblichene Jeans. Die sah nicht aus, als ob er sie so gekauft hätte, sondern eher so, als wäre sie wirklich alt und vom vielen Tragen ausgeblichen. Sie war auch nicht eng. Eher bequem. Lässig. Er knüllte das Papier zusammen, legte es unter den Stuhl und griff zum Teller. Seine Oberschenkel wirkten faszinierend kräftig und lang. Sie fühlte sich neben ihm so winzig. Seine Haare waren wieder zerzaust. Ob er sich überhaupt jemals richtig kämmte? Der Blick auf seine Wangenknochen und sein kantiges Kinn brachte in ihrem Becken etwas zum Summen.

Er benahm sich, als würden sie andauernd zusammen Kuchen essen und Wein trinken. Sie beneidete ihn um diese selbstverständliche Gelassenheit. Warum war er zu ihr gekommen? Was wollte er bloß bei ihr?

„Ist alles gut verheilt?“, fragte sie.

Er nickte, während er ein großes Stück Kuchen abtrennte und in den Mund schob. Er kaute und schluckte. „War nicht schlimm. Ich musste nur eine Nacht im Krankenhaus bleiben.“ Er steckte sich das nächste Stück Kuchen in den Mund und kaute, während Melina fieberhaft überlegte, wie sie das Gespräch in Gang halten könnte. Schweigen war so peinlich.

Er stutzte und drehte ihr das Gesicht zu. „Magst du keine Erdbeeren?“

Schnell nahm sie ihren Teller. „Doch, ich esse gern Erdbeeren.“

Eine Weile aßen sie schweigend. Langsam beruhigte sich ihr Herz.

„Ist es dir nicht zu still, so allein zu wohnen?“, fragte er beiläufig.

Die Frage versetzte ihr einen Stich. „Woher willst du wissen, ob ich allein lebe?“

Er warf ihr einen schrägen Seitenblick zu. „Lebst du nicht allein?“

„Doch, im Moment schon.“ Sie starrte auf ihr Glas. Was sollte diese blöde Frage? Was ging ihn das überhaupt an? „Ich habe gern meine Ruhe“, fügte sie ruppig hinzu.

„Ich wohne in einer WG mit zwei Freunden.“

„Und deine Freundin?“ Konnte sie nicht denken vor dem Reden?

Er runzelte die Stirn. „Welche Freundin?“

„In der Straßenbahn.“

Er grinste. „Das war nicht meine Freundin. Die kannte ich nicht richtig. Sie ist eine Freundin von Anna, der Freundin von Paul. Das ist einer meiner Mitbewohner. Er war in der Nacht auch dabei. Der mit den langen Haaren. Erinnerst du dich?“

Sie nickte. Ihr dummes, dummes Herz schlug wieder lauter. Als würde es irgendeine Rolle spielen, ob er eine Freundin hatte oder nicht. Schnell trank sie einen Schluck Wein. Ihr Glas war schon leer, seins noch halb voll. Oje.

Er goss kommentarlos nach, aß seinen Kuchen auf und stellte den Teller zur Seite. Aufatmend, als hätte er gerade eine schwere Arbeit erledigt, lehnte er sich gegen die Wand in seinem Rücken und ließ den Blick über die Häuser und die Straße gleiten. „Bremen ist schön.“

„Wohnst du noch nicht lange hier?“

„Erst ein paar Wochen.“

„Woher kommst du?“

„Münster.“

„Münster ist auch schön.“

Er zuckte mit den Schultern. „Eher ein Dorf.“

„Das sagt man von Bremen auch.“

Er grinste. „Stimmt. Im Vergleich zu anderen Städten.“

„Kennst du so viele?“

„Ich bin fast zwei Jahre lang um die Welt getrampt.“

Sie zog erstaunt die Augenbrauen hoch. „Allein?“

Er nickte.

„Wo warst du überall?“

„Erst quer durch Europa, dann mit dem Schiff rüber in die USA, Mexiko, Kanada, drei Monate Australien, von da aus Thailand und Kambodscha, Indien, Tibet, zum Schluss noch Neuseeland.“

„Wow. Wovon hast du gelebt?“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich habe gebloggt, hatte ganz gute Werbekunden. Manchmal habe ich auch für ein paar Wochen einen Job angenommen.“

Er trank einen Schluck Wein und lehnte den Kopf an die Wand. Melina schielte unauffällig in seine Richtung. Seine Augen bekamen einen in sich gekehrten Ausdruck, als ob er mit den Gedanken weit weg wäre.

Sie spielte mit dem Glas in ihrer Hand. Zwei Jahre lang allein um die Welt trampen. So was hätte sie sich niemals getraut. Sie kam sich neben ihm unsagbar langweilig und gewöhnlich vor. Sicher war Bremen für ihn auch nur eine Zwischenstation. Der Gedanke gefiel ihr nicht. „Bleibst du jetzt länger hier?“

Sie wartete auf eine Antwort, doch er rührte sich nicht. Irritiert drehte sie den Kopf. Er hatte die Augen geschlossen. Was war das denn? Völlig überrumpelt starrte sie ihn an. Tatsächlich. Er war einfach so neben ihr eingeschlafen. Drogen? Nein, er hatte doch normal gewirkt. Sie beobachtete sein Gesicht. Kein Zweifel möglich. Er schlief. Im Sitzen. Mit dem Hinterkopf an die Wand gelehnt. Absolut eindeutig. Er atmete tief und gleichmäßig. Sollte sie ihn wecken? Oder einfach schlafen lassen? Was war das denn für eine bescheuerte Situation?

Bookshouse Verlag , Reihe Cafe au lait, veröffentlicht unter dem Pseudonym Bea Lange

als Print und Ebook in allen Shops

Cool down, Püppchen

Lesepröbchen

Unlektorierte Urfassung !!! Wer Fehler findet, darf sich freuen!!!

„Okay, dann sag mir, worauf du stehst und wir machen uns eine angenehme gemeinsame Stunde in einem von Henrys feinen Spielzimmern.“

„Nein, danke.“

Tyler winkt ab. „Doch Hobby-Anfängerin und auch noch zu feige, es durchzuziehen. Fahr nach Hause, Mädchen. Ein Club wie dieser ist nichts für dich.“

„Nur weil ich kein Interesse an dir habe, heißt das nicht, dass ich ….“

Bevor sie den Satz zu Ende gefaucht hat, ist er aufgesprungen, hat sie an der Schulter gepackt und herumgeschleudert, was dank des drehbaren Barhockersitzes ein Kinderspiel ist. Sie stößt einen kurzen spitzen Schrecklaut aus, der ein Vibrieren in seinen Adern erzeugt. Was für ein herrliches, reines Aphrodisiakum für sein sadistisches Wesen.

Seine Hände landen rechts und links von ihr am Tresen und sein Gesicht direkt vor ihrem. „Du kannst ja nicht mal aussprechen, was du willst, also mäßige deinen Ton, Honey“, zischt er und registriert mit Vergnügen das Beben ihrer Unterlippe, als sie hektisch schluckt.

Es ist wie verhext, sie sollte jetzt wirklich definitiv aufhören, ihn noch weiter zu reizen, doch sie kann nicht. Sie denkt nicht mehr, weil sie so erregt ist, wie nie zuvor in ihrem Leben, weil alles in ihr zu ihm drängt, weil dieser Scheißkerl dem Typen aus ihren Phantasien entspricht und vor allem, weil ihr Gehirn vor lauter Begehren seine Tätigkeit eingestellt hat. Verflixtes, teuflisches Hormonchaos.

Er ist ihr so nah, dass sein Duft sie einlullt. Es ist nur eine sehr schwache Nuance irgendeines Parfüms oder Aftershaves, sondern vor allem purer maskuliner Körpergeruch, so persönlich und dicht, als läge sie im Bett unter ihm. Ihr Herz hämmert vor lauter Angst ganz oben im Hals, aber die Gier, ihm Respekt abzutrotzen, ist stärker.

Sie hebt das Kinn und zieht die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. „Ich stehe auf Fesseln und Schläge, doch vor allem“, sie packt ihm frech zwischen die Beine, „auf ausdauernd harten Schwanz in Vagina. Sollte der Ober-Wichtigtuer-Dom mit dem Begriff Ausdauer nicht überfordert sein, wäre ich ausnahmsweise mit einer Session einverstanden. Wohlgemerkt nur, weil es mich reizt, eins der Spielzimmer in diesem Club auszuprobieren, bevor ich mich entscheide, hier Mitglied zu werden.“

Innerlich vibrierend, aber äußerlich gespielt gelangweilt seufzend, lehnt sie sich lässig zurück. „Alternativen stehen ja heute leider nicht zur Verfügung.“

Seine Mundwinkel zucken und eine Sekunde lang erkennt sie in seiner Mimik Anerkennung. Der Triumph erzeugt ein herrliches, heißes Kribbeln auf ihrer Haut.

Dann legt der fiese Arsch den Kopf in den Nacken und lacht schallend.

Sie presst wütend die Hände auf seine Brust und will ihn wegschupsen, doch sein Körper weicht nicht einen Millimeter. Immer noch lachend greift er nach ihrem Handgelenk und zieht sie vom Barhocker. „Auf geht‘s, du kleine, freche Göre.“

Aus „Cool down, Püppchen“  Reihe Hard & Love 3